Ein Tag im Leben eines Profi Bodybuilders – Kai Greene´s beeindruckende Dokumentation

Kai Greene - A Day in the Life

Danke Robby :-)

Vor einigen Tagen habe ich dank meines Trainings-Kumpels Robby eine der besten Bodybuilding Dokumentationen gefunden, die ich kenne. Bei weitem besser als die von Arnold Schwarzenegger namens Pumping Iron.

Wenn du mit dem Gedanken spielst mit dem Training zu beginnen oder schon etwas länger dabei bist, dann solltest du dir unbedingt diese Dokumentation ansehen!!! Am besten mehrmals. Und wenn dein Englisch etwas eingerostet ist, lass dir von Freunden bei der Übersetzung helfen.

In dieser Dokumentation wird ein Tag im Leben des Profi-Bodybuilders Kai Greene beschrieben. Kai wurde beim diesjährigen Mr. Olympia 2012 zweiter und ist einer der besten Bodybuilder der Welt.

Ohne spezielles Licht, ohne besondere Kamera-Stellung und vor allem ohne Script (bei Pumping Iron wurde die Story aufpoliert) erleben wir Kai Greene (Englischer Titel “Kai Greene – A Day in the Life”) hautnah, wie ein echter Profi trainiert, sich ernährt und vor allem wie er denkt.

Was ich persönlich sehr spannend finde, sind die vielen nachdenklichen Sequenzen, in denen Kai über die innere Haltung im Bodybuilding spricht. Er macht deutlich, dass der Kopf über den Erfolg entscheidet. Nichts anderes!

Nein, du wirst keine hardcore Trainingsszenen sehen, sondern in 60 Minuten lernen, warum einige Athleten die besten der Welt sind und andere es nie schaffen werden. Eine etwas andere Art und Weise den Bodybuilding-Sport zu beleuchten und, wie ich finde, ist sie sehr gelungen!

Teil I:

Teil II:

Teil III:

Gedanken zur Dokumentation “Kai Greene – A Day in the Life”

Als ich Kai´s Worten lauschte, sprudelten in mir die Gedanken über Bodybuilding und Erfolg insgesamt, die ich dir in keinem Fall vorenthalten möchte.

Ich habe mich oft gefragt, warum einige Athleten nach wenigen Monaten Training aufgeben und warum andere das Format von Kai Greene annehmen. Die Antworten dazu findest du hier:

Mythos Doping

Mich ärgert es immer, wenn Aussenstehende einen Bodybuilder sehen und sofort, wie aus der Pistole geschossen, kommentieren: “Der nimmt doch irgendwas!”

Bodybuilding ist für mich der schönste, aber auch gleichzeitig der undankbarste Sport der Welt.

Schön, weil man damit lernt sich und seinen Körper zu kontrollieren. Undankbar, weil die Gesamtleistung in keinster Weise erkannt und anerkannt wird.

Es steht immer das Thema Steroide im Vordergrund. Damit rechtfertigen erfolglose Athleten die Muskelberge der Profis ohne aber das Gesamtbild zu kennen. Die Allgemeinheit geht davon aus: viel Doping = viele Muskeln

Diese Gleichung ist mehr als falsch! Ich möchte dir auch erklären wieso:

Der menschliche Körper ist keine Maschine. Er ist ein fragiles System, dass auf kleinste Änderungen reagiert. Im Profi-Sport hat jeder die gleichen Möglichkeiten. Jeder hat den gleichen Zugang zu Doping (auch wenn es niemand offen zugibt), jeder hat die gleichen Wissensressourcen (das Internet machts möglich), jeder hat das gleiche Equipment und die gleichen Nahrungsmittel zur Verfügung.

Wenn also jeder die gleichen Bedingungen hat, warum schaffen es dann die wenigsten einen Weltklasse Körper aufzubauen?

Ganz einfach! Weil die wenigsten die Geduld, die Hingabe und die jahrelange Disziplin aufbringen all die gegebenen Ressourcen jeden Tag für sich anzuwenden.

Die meisten professionellen Bodybuilder auf den Bühnen dieser Welt trainieren für diesen Körper mindestens 10 Jahre am Stück. Das heißt 10 Jahre, in denen sie jeden Tag eine optimierte Ernährung befolgen und mindestens alle 3 Stunden etwas essen. 10 Jahre, in denen kaum ein Training ausgelassen wurde.

Selbst mit den besten “Mitteln” dieser Welt wird man nicht ohne eine jahrelange perfekte Ernährungsweise und konstantes Training zum muskelbepackten Bodybuilder, ganz egal wie hoch die Dosierung ist. Schade, dass das die wenigsten Wissen …

Erfolgs-Charakter

Kai spricht davon einen speziellen Charakter zu entwickeln, der alle Erfolgskomponenten beinhaltet. Das heißt, dass man Disziplin aufbringen muss und sich nicht durch die süßen Verführungen des Alltags ablenken lassen darf (Party, Fast Food, komische Gesichter beim Auspacken einer Tupperdose etc.).

Er macht auch deutlich, dass im Bodybuilding der Weg das Ziel ist. Dass es kein “fertig” gibt und man den Prozess, also das Training und die Ernährung lieben muss. Nicht umsonst wird Bodybuilding auch als Lifestyle beschrieben.

In Fitness-Zeitschriften und im Internet liest man immer wieder von Begriffen wie “Post-Workout-Shake”, “Pre-Workout-Meal”, FST-7 und von vielen weiteren, hochwissenschaftlichen Trainingsmethoden oder Ernährungsempfehlungen. In der Dokumentation macht Kai deutlich, dass das nur Details sind, die ihre volle Wirkung nur entfalten können, wenn die Grundlagen stimmen.

Die Grundlagen sind:

Ein Post-Workout-Shake ist nur heiße Luft, wenn die restliche Ernährung aus Pizza, Schokolade und sonstigem Zeugs besteht. Die beste Trainingsmethode der Welt verfehlt ihre Wirkung, wenn man das Training regelmäßig ausfallen lässt.

Der folgende Satz von Kai Greene bringt es sehr schön auf den Punkt:

Routine ist die leichteste und schwierigste Aufgabe zugleich.

Um Muskeln aufzubauen muss man dem Körper ständig hochwertige Nährstoffe zuführen und einen konstanten Trainingsreiz setzen. Mit den heutigen Möglichkeiten an Trainingsgeräten und Sportnahrungspräparaten ist das ein Kinderspiel, möchte man meinen…

Wir alle haben unseren Alltag, der geprägt ist von vielen Verpflichtungen und noch mehr Ablenkungen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man sehr schnell in die Versuchung kommt ein Training ausfallen zu lassen oder statt dem Hähnchenbrustfilet lieber Pizza isst. Aber genau an dieser Stelle werden die Weichen für einen Weltklassekörper gestellt.

Wenn du wissen möchtest, wie du es schaffst trotz stressigem Alltag deine Ernährung und dein Training zu befolgen ohne vom inneren Schweinehund besiegt zu werden, dann solltest du dir unbedingt mein Muskelaufbau-Programm ansehen (klicke dazu hier >>).

Genetik

An der Weltspitze ist die Konkurrenz sehr groß. Viele Bodybuilder haben einen ähnlichen Ansatz, was die Ernährung und das Training betrifft und fast alle haben die gleichen Möglichkeiten. Über Sieg und Niederlage entscheidet nur ein Punkt: der Kopf

Genetik bedeutet nicht besser als alle anderen Muskeln aufzubauen. Bei den meisten Menschen ist dieses Potential gleich. Genetik heißt den Willen zu haben über den eigenen Schatten zu springen und Dinge zu tun, auch wenn man keine Lust dazu hat.

Im Laufe meiner Trainingsjahre habe ich viele Athleten im Studio kommen und gehen sehen. Heute kann ich anhand weniger Sätze sofort erkennen, wer das Potential zum Sieger hat und wer nicht. Die Art und Weise, wie trainiert wird und wie man über das Training bzw. die Ernährung im Allgemeinen redet, sagt sehr viel aus.

Was jedoch noch bedeutend aussagekräftiger ist, sind Handlungen. Jeder kann für ein oder zwei Wochen hochmotiviert und bis ins letzte Detail Vollgas geben. Das ist gut und schön. Am Ende zählt das NULL. Nur wer über Jahre hinweg seinem Stil treu bleibt, wird seine Ziele erreichen.

Die wenigsten Athleten sind bereit für ihr Ziel, einen schönen Körper, einen Teil ihres Lebens aufzugeben und wie Kai Greene es in seiner Dokumentation sagt, “den nötigen Charakter dafür zu schaffen”.

Viele Athleten suchen eine Abkürzung, aber die gibt es nicht. Es gibt nur eines: Tun, jeden Tag!!!

Wer etwas anderes verspricht, der lügt. Schade, dass ich das selbst nicht schon früher wusste. Ich hätte mir viele Umwege gespart.

Filter

Betrachtet man die vielen Bilder der Profis in Zeitschriften oder im Internet, dann erhält man den Eindruck, dass sie 365 Tage im Jahr so aussehen. Kai beschreibt das als “Filter”.

Wir erhalten durch die Medien nur einen bestimmten Blickwinkel. Die Medien filtern die Informationen und verschleiern damit die Realität. Bodybuilder sehen keinesfalls 365 Tage im Jahr perfekt aus, wie ich in meinem Artikel “Off Season” sehr schön deutlich gemacht habe.

In Wirklichkeit sind es nur 2 bis 3 Tage vor oder nach einem Wettkampf, in denen die vielen Fotos entstehen, die wir auf Werbebannern und in Zeitschriften sehen. Auch die vielen Trainingspläne oder Geschichten werden massenwirksam aufbereitet und sind keinesfalls ein Abbild der Realität.

Nimm dir nicht Bodybuilder X oder Y zum Vorbild, sondern nur dich selbst!

It´s the use of the knowledge

Es kommt nicht selten vor, dass einige Athleten im Publikum eines Bodybuilding Wettkampfes mehr über Training und Ernährung Wissen, als die Bodybuilder auf der Bühne selbst.

Nicht diejenigen, die am meisten wissen, stehen auf den besten Bühnen dieser Welt. Es sind diejenigen, die ihr Wissen konsequent anwenden.

Ich weiß bei weitem nicht alles über Training, Ernährung oder Sportnahrung. Das ist auch nicht mein Ziel. Mir ist es wichtig das für mich wirksame Wissen anzuhäufen und es für mich zu testen. Letztendlich zählt die Praxis und nicht die Theorie.

Man kann stundenlang darüber diskutieren, wie beispielsweise die Mahlzeit nach dem Training aufgebaut sein sollte oder man kann sie einfach für sich testen. Studien oder wissenschaftliche Belege gibt es wie Sand am Meer. Wie heißt noch dieses Sprichwort?! Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.

Ich könnte noch stundenlang darüber philosophieren. Ich muss mich an dieser Stelle leider verabschieden. Meine nächste Mahlzeit wartet ;-)

Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick in echtes Profi-Bodybuilding verschaffen!?

Beste Grüße

Thomas

P.S.: Was denkst du über Kai´s Worte oder den Erfolg im Bodybuilding Sport insgesamt? Ich bin gespannt auf deine Kommentare :-)


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Comments

  1. David says

    Wow, was für ne tolle Doku!
    Beleuchtet den Sport echt mal anders und wenn man von so einer Größe wie Kai Greene hört, dass eigentlich nur die Basics das Wichtigste sind, hol ich mir eine Menge Motivation davon :D
    Und wie schwierig es ist tatsächlich konstant an der Ernährung und dem Training zu bleiben wissen wir ja alle..

    Toller Beitrag!

    [Antwort]

  2. Benjamin says

    Super Doku,

    aber dass er beim Kochen alle Kochstellen an macht, obwohl er nur eine braucht, finde ich sehr daneben. Ich will nicht den Moralapostel spielen, aber gerade mit so Kleinigkeiten kann man auch selbst was für unsere Umwelt tun.

    [Antwort]

  3. Vlad says

    Ich denke daß dieser Sport sich heute komplett diskreditiert hat. Ich rede nicht von Steroids. Ich rede von Typen wie Kai Green, Monster die sich nicht mal richtig bewegen können, Typen für die ein monströses Gluteus maximus der wichtigste Körperteil ist, Typen die kindergarten Gewichte heben und als “hardcore”, oder philosophierender “Mönch” gelten wollen. Man ist mir es peinlich. Er ist eine Fressmachine – er kocht, er isst und er redet über das Essen die ganze Zeit. Es besteht kein Vergleich mit “Pumping Iron”

    [Antwort]

  4. Martin says

    Eine wirklich beeindruckende Doku über einen sanften “Riesen”. Kai Greene wird einer der Bodybuilder sein, über den man auch nach seiner Karriere noch sprechen wird. Intelligenter Typ!

    [Antwort]

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