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E wie Ernährung: Nutrazeutika und die krebshemmende Wirkung von Nahrungsmitteln

Hinweis: Dieser Text stellt keine alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen dar. Er wurde nicht von einem Mediziner verfasst.

Sportnahrung oder natürliche Lebensmittel ?

Sportnahrung oder natürliche Lebensmittel ?

In meinem heutigen Artikel geht es ausnahmsweise mal nicht um die Ästhetik, die Geschichte oder die Philosophie des Bodybuildings. Statt dessen etwas Handfestes: Ernährung. Gerade jüngere Bodybuilder machen oft den Fehler, einzig auf die Proteinzufuhr und auf die Einnahme von Supplementen wie Kreatin, Vitaminen oder Mineralstoffen zu achten. Vergessen wird, welche Wirkungen Nahrungsmittel neben Muskelzuwachs und Steigerung der Fitness noch haben können.

Gewichtete die ältere Ernährungswissenschaft die schädliche Wirkung bestimmter Nahrungsmittel tendenziell stärker, so legt die jüngere Forschung zunehmend den Fokus auf die positiven Effekte ausgewählter Nahrungsmittel. Eine Entwicklung in die richtige Richtung – doch außerhalb der Labore und Universitäten artikuliert sie sich oft in hilflosen Slogans wie „Essen Sie fünf Handvoll Obst und Gemüse pro Tag!“ Obst ist jedoch nicht gleich Obst, Gemüse nicht gleich Gemüse.

Mit Gewinn habe ich da das Buch Krebszellen mögen keine Himbeeren: Nahrungsmittel gegen Krebs (2010) der kanadischen Molekularbiologen Richard Béliveau und Denis Gingras gelesen. Hinter dem etwas albernen, populistischen Titel verbergen sich ernstzunehmende Resultate der aktuellen Krebsforschung, die sich nicht in „one apple each day keeps the doctor away“ erschöpfen.

Ausgangspunkt der Autoren ist, dass neueren Studien zufolge maximal fünfzehn Prozent der Krebserkrankungen durch erbliche Gendefekte verursacht werden (S. 22). Das deckt sich mit den Erkenntnissen der Epigenetik, einer Wissenschaft, die sich mit den Auswirkungen von Lebensstil und Umwelteinflüssen auf die Genaktivität beschäftigt. Während die traditionelle Genetik von einem statischen Genom ausging, betont die Epigenetik, dass dynamische Faktoren, vereinfacht gesagt, Genomfunktionen immerfort aktivieren oder deaktivieren können. Manche Vertreter der Epigenetik vermuten sogar, dass im Laufe unseres Lebens erworbene Eigenschaften vererbt werden können. Genaktivität wird nicht mehr als Schicksal, sondern als Prozess und Aufgabe verstanden.

Auf ähnliche Weise argumentieren Béliveau und Gingras nun mit Blick auf die Krebszellen. Mit der Wortschöpfung „Nutrazeutika“ (ein Kofferwort aus „nutrition“ und „pharmaceuticals“) benennen sie Nahrungsmittel, welche die Entstehung von Tumoren wenn nicht verhindern, so doch „in einer Art Schlafzustand“ (S. 51) halten können. Wie das funktioniert? Eine der zentralen Theorien lautet wie folgt: Da Tumore für ihr Wachstum auf „konstante Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen angewiesen [sind]“ (S. 64), bilden sie ein Netz aus Blutkapillaren, um sich zu versorgen. Diesen Prozess nennt man „Tumor-Angiogenese“. Bestimmte Moleküle haben erwiesenermaßen die Fähigkeit, die Angiogenese zu verzögern oder zu blockieren.

Neben Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette) und Mikronährstoffen (Vitamine, Mineral-und Ballaststoffe) enthalten Obst und Gemüse so genannte phytochemische Verbindungen; das sind Moleküle, die besser unter dem Namen „sekundäre Pflanzenstoffe“ (z.B. Polyphenole) bekannt sind. Béliveau und Gingras suchten in pflanzlichen Lebensmitteln nach denjenigen sekundären Pflanzenstoffen, „die mutagene Aktivität der Karzinogene … ausschalten und das Wachstum von trotzdem entstandenen Mikrotumoren kontrollieren“ können (S. 113). Die Kanadier sind überzeugt: „Auch wenn wir ständig mit dem Risiko einer Krebserkrankung leben, steht uns dennoch mit der Nutzung der krebshemmenden Stoffe in der Nahrung eine wirksame therapeutische Waffe zur Verfügung, um die Tumoren in einem latenten Stadium zu halten und zu vermeiden, dass sie sich zu einem fortgeschrittenen Krebsstadium weiterentwickeln. Insofern muss man Krebs als eine chronische Krankheit betrachten, die im alltäglichen Leben mit Hilfe von Nahrungsmitteln, die gute Lieferanten von krebshemmenden Stoffen sind, kontrollierbar ist“ (S. 88).

Was also sind das für Nahrungsmittel? Synthetisch hergestellte Nahrungsergänzungsmittel betrachten Béliveau und Gingras mit Skepsis. Oft sei unklar, ob die Qualität und Dosis stimmten, ob sie wirklich vom Körper resorbiert würden oder ob sie nicht nur in Wechselwirkung mit anderen Stoffen ihre Wirkung entfalteten. Sie fallen deshalb weg. Die Auswahl für den „Anti-Krebs-Cocktail“ (S. 99) der Molekularbiologen besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten:

• Kohl (besonders Brokkoli und Rosenkohl)
• Knoblauch und Zwiebeln
• Soja (nach Möglichkeit ganze Sojabohnen)
• Kurkuma (bessere Bioverfügbarkeit durch Kombination mit Pfeffer)
• Grüner Tee (bevorzugt aus Japan, lange Ziehdauer)
• Beeren (Cranberrys in getrockneter Form sind Cranberrysaft vorzuziehen)
• Omega-3-Fettsäuren (z.B. fetter Fisch oder frisch gemahlene Leinsamen)
• Tomaten (immer gekocht und in Kombination mit Fett!)
• Zitrusfrüchte (u.a. Einfluss auf die Entgiftungssysteme des Körpers)
• Rotwein (in geringen Mengen! Männer max. 250 ml tgl., Frauen max. 125 ml tgl.)
• Schokolade (nur solche mit einem Kakaoanteil von 70 Prozent aufwärts)

Regelmäßig und in ausreichenden Mengen verzehrt, können diese Nahrungsmittel laut den Autoren besser als „one apple each day“ zur Krebsprävention beitragen, eine Krebstherapie unterstützen oder sogar das Wachstum von Mikrotumoren stoppen (natürlich immer vorausgesetzt, dass keine schweren Erbkrankheiten oder spontane Mutationen durch starke Umweltgifte vorliegen). Ich kann hier nicht im Detail darauf eingehen, welche spezifische antikarzinogene Wirkung die einzelnen Nahrungsmittel haben (sollen) und welche Verzehrmengen jeweils nötig seien, dafür empfiehlt sich die Anschaffung des Buches. Du findest dort darüber hinaus sehr viele weitere, leicht verständlich formulierte Einblicke in die komplexe Welt der Ernährung und der Ernährungswissenschaft. Ob Béliveaus und Gingras‘ Einschätzungen zum krebshemmenden Potenzial der Nutrazeutika zu optimistisch sind, vermag ich nicht zu beurteilen – Ansporn zum Überdenken des persönlichen Speiseplans und zur tieferen Beschäftigung mit dem Thema geben sie allemal.

Prof. Dr. med. Richard Béliveau/Dr. med. Denis Gingras, Krebszellen mögen keine Himbeeren: Nahrungsmittel gegen Krebs, München: Goldmann, 2010, ISBN 978-3-442-17126-2, € 12,95 (D), €13,40 (A)

Autoreninformation:

Dr. Jörg Scheller lebt als Kunstwissenschaftler und Journalist in Bern (CH) und Stuttgart. Er lehrt an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Universität Siegen. Zuletzt erschien von ihm:

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Jörg Scheller
 

Jörg Scheller lebt als Kunstwissenschaftler und Journalist in Zürich und Stuttgart. Er forscht am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft und lehrt an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Zuletzt erschien von ihm: No Sports! Zur Ästhetik des Bodybuildings, Stuttgart: Franz Steiner, 2010.

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