Kabinett der vergessenen Übungen

Ich habe gerade ein paar alte Bücher über Bodybuilding ausgepackt. Natürlich lasse ich mich gerne von der Arbeit ablenken und lese darin herum. Und gerate in Staunen, was für Übungen ernsthaft empfohlen wurden.

Natürlich kann man nicht pauschal sagen, diese oder jene Übung sei wirkungslos oder berge eine große Verletzungsgefahr. Wie gefährlich eine Übung wirklich ist, ist nicht zuletzt vom verwendeten Zusatzgewicht abhängig. Früher waren die Autoren aber scheinbar wesentlich unbefangener als heute.

Beispielsweise wird in dem „beinahe-DDR“-Standardwerk (die Mauer fiel, ehe das Buch erschien) „Das große Buch der Kraft“ empfohlen, auch die musculi scaleni zu trainieren. Diese setzen an den Rippen an und enden an der Halswirbelsäule. Sie helfen uns beim Atmen, senken den Kopf zur Brust oder neigen ihn zur Seite. Diese Übungen erschauern. Allein schon die Idee, sich auf den Kopf zu stellen und diesen in alle Richtungen zu bewegen, während fast das gesamte Körpergewicht auf den Kopf lastet, lässt im geistigen Ohr das Genick krachen. Da lobe ich mir doch „Effektives Bodytraining für Männer“ von Kenton Robinson u. a. Das Buch zeigt zwar ebenfalls Übungen für diese Muskeln, aber der Widerstand wird durch Gegendrücken mit den eigenen Händen hergestellt – und wer bricht sich schon mit den eigenen Händen das Genick?

Ein besonders schönes Bild liefert „Das große Bodybuilding Buch“ von Arnold Schwarzenegger, das inzwischen nur noch antiquarisch zu horrenden Preisen zu erhalten ist. Dort kann man Arnold mit Hängestiefeln an einer Klimmzugstange festgezurrt sehen – also batmanmäßig mit dem Kopf nach unten an der Stange hängend. Lästerer behaupten, er wäre bei dieser Übung häufig von der Stange gefallen.

Ein paar interessante Übungen zeigt auch „Joe Weider’s Bodybuilding“, z. B. die guten alten „Good Mornings“ (dt.: „Hockstellung“). Joe Weider schreibt ausdrücklich, man solle eine „leichte Langhantel“ nehmen. Hoffentlich hat das niemand überlesen oder sich nur die Bilder angesehen und dann gleich losgelegt. Denn die Belastungen im Lendenwirbelbereich sind bei dieser Übung beträchtlich.

Wahre Glanzlichter der Sportfotografie bietet „Krafttraining und Bodybuilding“ von Peter Axt aus dem Jahre 1984. Model war Peter Koch, Deutscher Vizemeister im Kraftdreikampf (neudeutsch „Powerlifting“), Mittelgewicht. Mit seinem Schnurrbart und Haarschnitt hätte er ohne weiteres einen Kosaken mimen können.

Dieses Buch zeigt eine Liegestützübung, die heute unter Garantie nicht mehr empfohlen wird: Liegestütze mit Händeklatschen. Man soll sich in einer explosiven Bewegung vom Boden abstoßen, schnell in die Hände klatschen und sich wieder abfangen, bevor man sich die Nase auf dem Estrich bricht. Abgesehen von der unnötigen Belastung der Sehnen und Gelenke, die damit verbunden ist, habe ich nie verstanden, weshalb man dabei auch noch klatschen soll. Und für wen?

Nico Nissen

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Nico Nissen
 

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makaveli

die wichtigsten übungen die leider heute nicht mehr Praktizirt werden sind und waren schon grundübungen . in den neueren fitness tempeln sieht mann leider keine großen frei hantel berieche sondern maschinen , die einem führen und das gefühl des eisens nicht richtig wieder geben . natürlich haben isolations übungen wie an den zahlreichen Maschinen sehr viele vorteile wenn es darum geht isoliert einen muskel zu stimmulieren . aber mann wird nie die leistungs grenze erreichen wenn mann nur an maschinen trainiert . das arbeiten an den guten alten grund übüngen wie kreuzheben in all seinen formen (sumo oder klassisch lang oder kurz )sind einfach ein muss genau wie die kniebeugen und freies Bankdrücken . da bei den grund übüngen einfach mehr muskeln zur Hypertherapie angeregt werden und mann damit sehr viel mehr Gewicht bewegen kann sind sie ungeschlagen wenn es darum geht einen kräftigen und gesunden körper auf zu bauen . mehrgelenksübungen wie kreuzheben haben den vorteil das viele gelenke sozusagen hebel an der übung beteiligt sind dadurch wird es möglich das höhere gewichte bewältigt werden können . und somit auch ein größerer und intensiverer reiz auf den körper einwirkt . Maschinen übungen sollten nur ergänzent als eine art fein werkzeug angesehn werden zb . beim bildhauen muss erst mal die grobe form einer skulptur aus dem steinblock heraus gearbeitet werden bevor mann mit den feineren , (genaueren) werkzeugen beginnen kann . ohne das eine kann das andere nicht optimal ausgeschöpft werden . aber für einen beeindruckenden körper sind regelmässige schwäre belastungen nötig die eine streuende wirkung haben zbbeim bankdrücken an der maschine wird der weg von der maschine vor gegeben . aber bei freiem bankdrücken wird die führung der hantelstange selbst von der schulter muskulatur vor genommen . VERSTEHT IHR . deswegen lasst euch nix einreden von den fitnesstempel betreibern oder trainern . grundübungen haben vielleicht ein höheres verletzungsrisiko wenn mann sich nicht korrekt aufwärmt und die übungs schlampig ausführt wird . aber wenn mann sich langsam heran tastet ist es kein problem .aber kreuzheben kniebeugen und co sind sehr anstrengend . mann echtzt nach luft schwitzt wie ein schwein und es brennt tierisch . aber die ergebnisse dadurch werden alles wieder wett machen . also viel spass beim training für fragen steh ich gerne zur verfügüng

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Thomas von GOT BIG

Uih, danke für das umfasssende Kommentar 🙂

Du hast vollkommen Recht. Ich finde die Entwicklung hin zu exakt geführten Trainingsmaschienen, die schon mit Luftdruck und Speicherchip arbeiten nicht wirklich sinnvoll. Der Körper ist nunmal komplex und die Bewegungsabläufe rund. Grundübungen sind deshalb kaum zu schlagen.

Beste Grüße

Thomas

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